Solaire

Vorwort von EnergieSchweiz

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«Solarenergie könnte bis 2050, 50% des Energiebedarfs decken, d. h. mehr als die gemäss der Energiestrategie 2050 vorgesehenen 20%»

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Schluss mit den Vorurteilen in Sachen Solarenergie

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SOLAIRE


«Solarenergie könnte bis 2050, 50%
des Strombedarfs decken, d. h. mehr
als die gemäss der Energiestrategie
2050 vorgesehenen 20%»

SOLAIRE

Derzeit weist Photovoltaik an der in unserem Land verbrauchten elektrischen Energie nur einen Anteil von 3% auf. In den nächsten Jahren könnte Photovoltaik beträchtlich an Bedeutung gewinnen.

Bestimmte Bauherren und Baufachleute hegen bisweilen noch immer Vorbehalte gegenüber der Solarenergie. Und das, obwohl sich diese Energiequelle in den letzten Jahren insbesondere im Hinblick auf Kosten und Optik stark weiterentwickelt hat. Nachfolgend einige Ausführungen von Leo-Philipp Heiniger, Koordinator Westschweiz bei Swissolar.


Welche Funktion hat Ihr Verband?

Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die Interessen der Solarindustrie zu verteidigen. Dieser Oberbegriff schliesst Installateure, Planungsbüros, Importeure und Hersteller ein. Wir streben einen günstigen politischen Rahmen an, mit dem sich die Erzeugung von Solarenergie in der Schweiz erhöhen lässt. Hierzu sind wir stark im Schulungsbereich aktiv, in dem wir uns mit Hinblick auf Qualitätssicherung und Aufklärung der allgemeinen Öffentlichkeit insbesondere an Fachleute und Vertreter der Gemeinden richten.


Welches Potenzial besitzt Solarenergie in der Schweiz?

Derzeit werden kaum 3% der in der Schweiz verbrauchten elektrischen Energie mit Solarenergie erzeugt. Damit liegen wir unter dem europäischen Durchschnitt von 4%. Nach unseren Schätzungen könnte Solarenergie bis 2050 50% des Strombedarfs decken, d. h. deutlich mehr als die gemäss der Energiestrategie 2050 vorgesehenen 20%. Im Übrigen könnte fast 20% der erzeugten Solarenergie nur von den Fassaden und der allgemeinen Hülle von Gebäuden stammen, ohne Einbezug der Dächer. Hierzu könnten dieselben Module wie für die Dächer verwendet werden. Weitere interessante Möglichkeiten bieten Parkhausdächer oder gegebenenfalls Skilifte.


Wie sieht es mit Solarparks aus?

Der grösste Solarpark der Schweiz befindet sich in Payerne. Allerdings bleibt dieser eine Ausnahme. Denn in der Schweiz sind solche Flächen selten und teuer und werden im Wesentlichen für die Landwirtschaft oder den Bau von Immobilien verwendet.


Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Sektors in der Schweiz auf kurze Sicht?

Mit dem ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie gingen mehrere Verbesserungen einher. Am 1. Januar 2018 sind verschiedene Verordnungen in Kraft getreten, darunter insbesondere die Verordnung zur Einmalvergütung, die künftig ebenfalls für grosse Anlagen gewährt wird. Auch die Einspeisevergütungen müssten erhöht werden, was ein Kernargument für eine Investition in Solarenergie bleibt. Darüber hinaus wurde die Verpflichtung zur Beantragung einer Baubewilligung im Jahr 2014 für die meisten Neuanlagen in eine einfache Meldepflicht umgewandelt. All diese Massnahmen dürften die Nutzung von Solarenergie in den nächsten Jahren beflügeln.


Wie sieht es mit den Hindernissen, die mit dem Schutz des Bauerbes verbunden sind, und der Kritik an der Optik aus?

Derartige Äusserungen hört man immer wieder. Doch in den letzten Jahren wurden beträchtliche technologische Fortschritte erzielt. Inzwischen gibt es Module in fast allen Farben, sogar in Weiss oder Ziegelfarben. Auf diese Weise lassen sich die Module insbesondere auf historischen Gebäuden besser in das Stadtbild integrieren. Doch das grosse Potenzial liegt im Wesentlichen in Wohngebieten. Kirchen oder denkmalgeschützte Bauwerke spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Wie lassen sich die Vorbehalte der Baubranche entkräften?

In dieser Hinsicht besteht noch ein grosser Aufklärungsbedarf. Uns fällt auf, dass viele Menschen Solarenergie mit Vorstellungen verbinden, die zehn Jahre alt sind. Architekten gegenüber muss deutlich gemacht werden, dass heute sehr viele Produkte mit frei wählbaren Farben und Formen auf dem Markt sind. Demgemäss müssen sie bei der Optik keine Abstriche mehr machen. Gleiches gilt für die Kosten: Eine Solarfassade kann heute günstiger sein als bestimmte Glasfassaden.


Wie sieht es heute in puncto Tarife aus?

International liegen die Mindestpreise bei 2 Rappen je Kilowattstunde. In der Schweiz lassen sich die Erzeugungskosten beispielsweise bei einem grossen Industriedach auf unter 10 Rappen drücken. Das ist zwar immer noch teurer als Kohle, kann aber ganz und gar mit den neuesten Kernkraftwerken mithalten. Was den Energieverbrauch angeht, bezahlt ein Privatkunde für den von ihm verbrauchten Strom durchschnittlich zwischen 20 und 25 Rappen, weil er ja auch für den Transport der Energie aufkommen muss. Anders sieht es bei einer Solaranlage auf dem Dach aus. In diesem Fall zahlt eine Person für ihre verbrauchte Energie die Erzeugungskosten, die bei kleinen Anlagen um die 15 Rappen betragen. Übrigens: Eine Anlage für ein Einfamilienhaus ist in 15 bis 20 Jahren amortisiert.

Wo stehen wir heute in Sachen Energiespeicherung?

Privatkunden interessieren sich mehr und mehr für Energiespeicherung. Der Preis für Batterien ist beträchtlich gesunken. Ausserdem ist der Wille zur Unabhängigkeit grösser geworden. Weil die Einspeisevergütungen in den letzten Jahren zurückgegangen sind, möchten die Menschen ihren selbst erzeugten Strom immer häufiger auch selbst nutzen. Im Hinblick auf die Autonomie geht es um eine Speicherung von 5 bis 10 kWh. Das entspricht ungefähr dem Stromverbrauch eines Tages.


Welchen Rat würden Sie einer Person geben, die eine Solaranlage besitzt und diese optimal nutzen möchte?

Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, sollte von der erzeugten Energie so viel wie möglich selbst verbrauchen, zumal dies die grössten wirtschaftlichen Vorteile verschafft. Man kann seine Aktivitäten im Haushalt problemlos an die Witterungsbedingungen anpassen, indem die Waschmaschine beispielsweise nur bei Sonneneinstrahlung und nicht abends eingeschaltet wird. Auch gibt es immer mehr Softwareprogramme, die Haushaltsgeräte automatisch nach Massgabe der verfügbaren Solarenergie steuern. In diesem Bereich bietet die Domotik verlockende Perspektiven. In der Schweiz ermöglicht dies ebenfalls, das globale Netz besser zu steuern.

Am 26. und 27. März 2019 veranstaltet Swissolar im Berner Kursaal die 17. nationale Photovoltaik-Tagung. Bei dieser Veranstaltung sind in der Regel fast 600 Teilnehmer zugegen.

Mehr dazu unter: www.swissolar.ch